Von Willebrand 1 - „Bluter-Krankheit“ bei Kromfohrländern

Die „von Willebrand 1“ – Erkrankung ist vor einigen Jahren bei reinrassigen Kromfohrländern aufgetreten und dem RZV gemeldet worden.  Das Thema wurde daraufhin diskutiert. Da keine weiteren erkrankten Hunde gemeldet wurden, vertrat  man im RZV die Ansicht, dass vW1 keine Relevanz für die Rasse hat.

Seitdem das finnische Labor von Genoscoper seit Sommer 2017 im Besitz der deutschen Lizenz ist,  kann ein Überblick über die Verbreitung der Erkrankung in der Rasse, wie auch in den Einkreuzprojekten gewonnen werden.

Bei Genoscoper wurde  festgestellt, dass 34 – 40 % der Rasse als Anlageträger betroffen sind.

Um einen raschen Überblick über die Verbreitung der Krankheit in der IGRK zu gewinnen, entschieden wir uns für eine Zusammenarbeit mit Laboklin.

Neben Anlageträgern, das sind Hunde die nicht erkranken, aber von Willebrand 1 an einen Teil der Welpen vererben, unterscheidet man die Merkmalsträger.  Diese Hunde vererben auf jeden Fall an die gesamte Nachzucht die Erkrankung und können selber an von Willebrand 1 erkranken, was zum Glück selten der Fall ist. Von den untersuchenden Laboren gibt es sehr unterschiedliche Aussagen über den Vererbungsgang. Es bleibt abzuwarten, wie sich die genetische Forschung weiter entwickelt sodass für die Zucht klare Erbgänge berücksichtigt werden können.

Für die IGRK haben wir mit Laboklin getestet, um schnelle Ergebnisse für die Zuchtplanung zu bekommen. Von 23 getesteten Hunden sind 16 frei, 6 Anlageträger und1 Merkmalsträger. Alle ins Projekt aufgenommenen Mischlinge sind von Willebrand 1 – frei getestet worden, was deutlich macht, welche der eingesetzten reinrassigen Kromfohrländer Träger oder Merkmalsträger waren oder sind.

Merkmalsträger werden aus der Zucht ausgeschlossen.

Alle Würfe der IGRK werden von nun an getestet, wenn ein vW1 Träger-Tier mit einem vW 1 freien Hund eingesetzt wird.

Mit diesem neuen Wissen gilt es nun nach vorne zu schauen, sodass die Weiterverbreitung der Bluter-Krankheit minimiert wird. Bei sorgfältiger Zuchtlenkung kann das Thema aus der Rasse, wie auch aus den Einkreuzprojekten verdrängt werden.

Der von Willebrand 1 – Typ ist glücklicherweise die leichteste Form der Bluter-Erkrankungen, sodass die meisten Kromfohrländer ein ganz normales Leben führen und ihre Besitzer nichts davon ahnen.  Bei einigen Hündinnen konnten unter der Geburt starke Blutungen beobachtet werden; es gibt auch Berichte, dass Kromfohrländer in einer Operation stark bluteten oder auch verbluteten. Sind Hunde klinisch erkrankt, hilft Desmopressin. Blutverdünnende Medikamente dürfen nicht gegeben werden.