Neue Entwicklungsschritte in der IGRK

Ein Einkreuzprojekt wie das der IGRK muss sich mit Entwicklungen der Hundeforschung auseinandersetzen und sinnvoll ins Konzept integrieren.

Die Forschung hat im Bereich der Epi-Genetik und zur Übertragung von Krankheiten in der Rassehundezucht zu neuen Ergebnissen geführt. Das Konzept der IGRK muss sich aufgrund dieser neuen Erkenntnisse im Bereich der Hundegesundheit und Genetik wandeln.

Stand der IGRK heute –  November 2018

Ich züchte seit über 20 Jahren Kromfohrländer und habe vor Jahren die IGRK mitgegründet. Seit 2010 sind Christine Itzrodt mit der Führung des Zuchtbuchs und ich, Maria Krahs-Dugger als Zuchtleitung die Hauptverantwortlichen der IGRK. Ein Einkreuzprojekt wie die IGRK lebt davon, dass viele sich für solch ein Projekt begeistern und es mit gestalten.
Epilepsie, Autoimmun Erkrankungen, Hyperkeratose und Katarakt waren da-mals die Gesundheitsthemen, denen wir durch Einkreuzen entgegenwirken wollten. Heute sind weitere genetische Erbgänge für Krankheiten der Kromfohrländer bekannt, z.B. neuestens „von Willebrand 1“.

Im ständigen Gedankenaustausch über die Entwicklung des Zuchtgeschehens, haben wir uns bemüht, die Geschicke der IGRK und die Gesundheit der Einkreuzhunde zu verbessern. Wir glauben, dass dies größtenteils gelungen ist. Wir haben in den letzten vierzehn Jahren gute, freundliche und wesensfeste Hunde gezüchtet. Und wie immer gibt es einige Ausnahmen.
Welche Krankheiten die Mischlinge genetisch vererben und wie diese mit den Kromfohrländer Krankheiten korrespondieren, kann nur die Zeit zeigen.
Ein solches Projekt lebt davon, dass sich viele Menschen beteiligen und beson-ders mit ihren vielversprechenden Nachwuchs-Hündinnen züchten.
Immer wieder gibt es private Gründe, warum daraus nichts wird. Gleichzeitig melden sich Menschen, die einen Kromi-ähnlichen Mischling haben und am Projekt mitwirken wollen. Mit diesen Hunden und mit reinrassigen Kromfohrländern verpaart sind wundervolle Hunde entstanden.

Wir sind einen sehr speziellen Weg gegangen, grundlegend den Bedingungen des VDH folgend , jedoch sehr frei was das Thema Inzucht betrifft. Ließ sich kein passender reinrassiger Rüde finden, sind wir lieber einen Schritt in die Verbreiterung des Genpools gegangen. So ist ein großer Basispool von Hunden mit weniger als 50% KROMI- Anteil entstanden.

Das hat Vor- und Nachteile. Die Verpaarung von zwei halben Kromis mindert die Chance, dass Krankheiten auftauchen. Gleichzeitig sind sehr viele Fremd-hunde im Hintergrund deren Abstammung unbekannt ist, sodass genetisch nicht vorhersehbar ist, wie sich einzelne Hunde vom Typ und im Wesen zeigen werden. Die Menschenbezogenheit der Kromfohrländer ist in allen Mischungen erhalten geblieben, die Sensibilität haben viele Kromi-Mischlinge auch geerbt, zum Teil sogar gesteigert, sodass bei der Sozialisation und Erziehung immer wieder neue Wege gefunden werden müssen.

Wir können nie vorhersehen, welche Gene aus einer unbekannten Ahnenreihe sich durchsetzen. Letztendlich müssen wir sehen, dass die IGRK ein Projekt von „Learning by Doing“ ist! Das Lernen setzt sich mit jeder nächsten Verpaarung und ihren Ergebnissen fort.

Der häufige Austausch mit der Wiener Genetikerin, Frau Dr. Sommerfeld- Stur hat uns immer wieder beflügelt, unseren Einkreuz-Weg weiter zu verfolgen. Sie ist eine begeisterte Befürworterin des Einkreuzens, damit sich die Gesundheit der Hunde vieler Rassen bessert. Ihr ist es auch zu verdanken, dass wir uns in der Züchtergruppe intensiv mit dem Thema „Rückkreuzen“ beschäftigt haben. Dafür wurde Kromipaws Lilla aus Schweden geholt, die in ihrer Abstammung kaum deutsche Verwandte aufweist. So dachte ich wird es sehr leicht sein, einige gute reinrassige Verpaarungen mit ihr zu planen. Jetzt, wo ich die Abstammung der infrage kommenden Rüden recherchiere, werde ich eines Besseren belehrt. So viele schwerwiegende Krankheiten sind in den Ahnen eines netten, gesunden, alten Rüden bekannt. Von Lilla weiß ich nicht viel über die Krankheiten in ihrer Abstammung. Wie kann ich eine gute Wahl für eine reinrassige Verpaarung treffen und die Chance einer Erkrankung ihrer zukünftigen Welpen minimieren?
Das Leben spült Menschen neue Themen vor die Füße. So ergeht es mir und einigen anderen Mitgliedern der Züchtergruppe.

Mein Wunsch, andere Menschen für die Zucht und den damit zusammenhän-genden Aufgaben zu begeistern, blieb ein Wunsch. Bisher hat sich niemand ge-funden, der Interesse und Spaß an Zuchtplanung oder Zuchtbuchführung ge-zeigt hätte. Christine Itzrodt und ich stellen unsere Aufgabenfelder Ende 2019 zur Verfügung. Es ist immer noch Zeit, jemanden in die Aufgabenbereiche ein-zuarbeiten, aber diese Person sollte sich recht bald finden.
Ich habe vor mit Lilla zu züchten, entsprechend meiner Zusagen an Lillas Züchterin, bis zu zwei Würfe mit einem reinrassigen Rüden. Ich habe die Hoff-nung, damit einen Beitrag zum Einkreuzprojekt zu leisten. Dazu braucht es wahrscheinlich mehr Glück als Verstand, aber letztendlich kann Rückkreuzen nur gelingen, wenn es reinrassige Hunde interessanter Abstammung gibt!

In 2019 wird es einige Veränderungen in der IGRK geben, die der Arbeitskapa-zität der Verantwortlichen angepasst ist. Verpaarungen werden den Anforde-rungen der IGRK genügen und einen IK >1 aufweisen. Die Wurfabnahmen wer-den weiterhin durchgeführt und ins Zuchtbuch eingetragen. Der Züchter be-kommt die IGRK-Register-Papiere für die Welpenkäufer ausgehändigt. Auf Sich-tungen des gesamten Wurfes im Alter von 18 – 24 Monaten müssen wir nach 2019 verzichten!

( Maria Krahs-Dugger)