Neue Entwicklungsschritte in der IGRK

Ein Einkreuzprojekt wie das der IGRK muss sich mit Entwicklungen der Hundeforschung auseinandersetzen und sinnvoll ins Konzept integrieren.

Die Forschung hat im Bereich der Epi-Genetik und zur Übertragung von Krankheiten in der Rassehundezucht zu neuen Ergebnissen geführt. Das Konzept der IGRK muss sich aufgrund dieser neuen Erkenntnisse im Bereich der Hundegesundheit und Genetik wandeln.

Zwei wesentliche Bereiche verändern sich ab 2017:

Um die Genvielfalt in der IGRK zu erhalten und zu erweitern werden wir

  1. auch vereinzelt Kurzhaar-Kromfohrländer sehr selektiv in der IGRK einsetzen;
  2. in Zukunft auch mit reinrassigen Hündinnen reinrassige Würfe haben;

Zwei Tagungen mit Frau Dr. Sommerfeld-Stur in 2013 und 2016 und eine Konsultation zum „Ist“-Stand der Zucht der IGRK führten zu wichtigen neuen Einsichten, die es nun umzusetzen gilt.

Ein besonderes Augenmerk soll dabei darauf liegen, dass sich der Gen-Pool nicht durch Zuchtausschluss verringert, sondern immer wieder bedacht wird, ob genetisches Potential verloren geht und auf welche Weise es erhalten und erweitert werden kann. Das Selektionsprinzip „Nur das Beste für die Zucht“ ist vergleichbar mit einem feinmaschigen Sieb, in dem die genetische Vielfalt verloren geht. Besser ist das Prinzip „Nur die Schlechtesten eliminieren“: Dies ist vergleichbar mit einem grobmaschigen Sieb, sodass ein Großteil der genetischen Vielfalt für die nächste Generation erhalten bleibt. (S-Stur, Rassehundezucht, S.211)

  1. 1.    durch die Zucht mit Kurzhaar-Kromfohrländer

Ein Beispiel dafür ist, dass die Zucht mit einer Glatthaarhündin, die genetisch neue Aspekte einbringt, möglich ist. Der dazu passende Rüde sollte möglichst reinerbig Rauhaar vererben. Laboklin, ein Labor für klinische Diagnostik bei Tieren, bietet inzwischen einen Test an, durch den die Vererbung der Haarqualität bestimmt werden kann.
Der erste Wurf dieser Art ist 2017 im Zwinger vom Huggerwald gefallen. Bei der Wurfabnahme im Juni konnten wir feststellen, dass alle Welpen Rauhaar tragen.

Nun soll das nicht heißen, dass wir Kurzhaarhunde einkreuzen. Es wird immer eine wohlüberlegte Zuchtzulassung vorausgehen müssen.
Es kommen nur Hunde infrage, die in einem der Einkreuz-Projekte geboren wurden, sodass die Abstammung der Hündin / des Rüden bekannt sind und die genetische Vielfalt des Genpools der IGRK dadurch erweitert wird.

Eine weitere sehr wichtige Aufgabe ist es, für die IGRK ein Rückkreuzkonzept zu entwickeln, dass für unsere besonderen Bedingungen passt. Das gängige Konzept des VDH, der nach einem Einkreuzschritt in den drei fortfolgenden Generationen ein Rückkreuzen mit reinrassigen Hunden vorsieht, erscheint uns beim jetzigen Stand der Kromfohrländerzucht zu schnell wieder in die Inzucht zu führen.

Weiter muss bedacht werden, dass der Prozentsatz Kromfohrländer-Gene der Hunde im Einkreuzprojekt der IGRK unterschiedlich hoch ist und somit auch verschiedene Rückkreuzschritte erforderlich sind, um dem gesunden, wesensfesten Kromfohrländer wieder näher zu kommen.

Ein IGRK-Team ist mit der Aufgabe beschäftigt. Sobald ein Ergebnis vorliegt, werden wir es hier veröffentlichen.

  1. 2.    durch die Zucht mit einer reinrassigen Kromfohrländer Hündin auch für  reinrassige Würfe!

Die Konsultation mit Frau Dr. Sommerfeld-Stur im Juni 2016 brachte ein IGRK-Gesetzt ins Wanken („nicht mehr reinrassig zu züchten!“) da deutlich wurde, dass es für das Rückkreuzprojekt sinnvoll ist, eine geeignete reinrassige Hündin zu suchen. Es begann eine intensive Recherche vieler Zuchtplanungen in Deutschland und Europa. Die Suche führte schließlich zum Zwinger von KROMIPAWS in Schweden, in dem für Herbst 2016 eine sehr interessante Verpaarung geplant war. Wichtig war uns hierbei, dass möglichst keine deutschen Hunde in der Abstammung  vorkommen. Viele Telefonate und drei Reisen nach Schweden führten zu dem Ergebnis, dass  Maria-Krahs-Dugger, Zuchtleitung der IGRK, eine Hündin aus diesem Wurf zugesagt wurde.
Im Februar 2017 konnte KromiPaws „Fast as a Shark“, genannt Lilla, abgeholt werden und ist nun eine Nachwuchshündin für die IGRK.
Mit ihrer Abstammung lassen sich sowohl sehr interessante reinrassige Verpaarungen als auch wichtige Schritte im Rückkreuzansatz planen.

Diese Entwicklungsrichtung sichert die Weiterführung des IGRK – Einkreuzprojekt mit dem Ziel eines gesünderen und liebenswerten Kromfohrländers.

 

Artikel von Maria Krahs-Dugger